Bildbeschreibung: Regal mit Weinflaschen / Bildnachweis: pixabay.com

    Über den Wein

    Wissenswertes über den Wein

    Gleich aus welcher Richtung man sich den Orten der Ver­bandsgemeinde Bodenheim nähert - der Weg führt durch weite, rebenbewachsene Hügellandschaften. Je nach Jahres­zeit, besonders aber in den Herbstmonaten während der Lese, ist der Trubel um den Wein überall zu spüren: Mit lautem Knall vertreiben Weinbergschützen die räuberischen Stare, frisch gelesene Trauben werden eingefahren und verarbeitet und in den Kellern gärt es so, dass selbst die Luft promillehaltig scheint. Täglich liefert ein Bericht den Winzern die für die Lese wichti­gen Daten: Blattbenetzung durch Tau oder Regen, Wind­richtung und -geschwindigkeit und natürlich das durchschnittliche Mostgewicht, die Öchslegrade, d. h. den Zuckergehalt der verschiedenen Rebsorten,der ausschlaggebend ist für die spätere Qualitätseinstufung des Weines.

    Bildbeschreibung: Vollernter / Bildnachweis: VG Bodenheim

    Das milde Klima, die geographische Lage und die besonderen Bodenstrukturen begünstigen das Gedeihen der unterschiedlichsten Rebsonten. Hoher Arbeitseinsatz, moderne und umweltverträgliche Techniken sowie Experimentierfreudigkeit der Winzer ermöglichen ein breites Spektrum an Spitzenwei­nen, die in aller Welt gefragt sind.   Auf den meist leicht ansteigenden Flächen werden traditionell hochwertige Gewächse wie Riesling, seit den 80er Jahren auch wieder vermehrt Silvaner und Müller-Thurgau,  außerdem Weißer und Grauer Burgunder, Chardonnay und neuere Züchtungen, darunter Bacchus, Kerner, Faber, Scheurebe und Rivaner, angebaut.

    Bildbeschreibung: Blick auf den Rhein / Bildnachweis: VG Bodenheim

    Gleich für welche Rebsorte sich die Winzer entscheiden, sie produzieren für jede Geschmacksrichtung erstklassige und bemerkenswerte Qualitäts- und Prädikatsweine: Kabinett, Spätlese, Auslese und als besondere Spezialitäten Beerenauslese, Trockenbeerenauslese sowie Eiswein.  Früher war der Ruf der rheinhessischen Rotweine nicht der allerbeste, doch das hat sich entscheidend geändert. In den letzten Jahren lässt man die granatfarben leuchtenden Rotweinsorten wie Dornfelder, Portugieser und Spätburgunder zunehmend auch in Barrique-Fässern reifen und erzielt damit Weine, die sich sehen und schmecken lassen können.


    Tradition in der GemarkungBildbeschreibung: Kapelle / Bildnachweis: VG Bodenheim


    Manche Namen der Lagen in den Gemarkungen sind nahezu 800 Jahre alt und erinnern noch heute an ehemalige Eigentümer. Andere beziehen sich auf die Charakteristika ihrer geographischen und geologischen Lagen, wieder andere verweisen auf Begebenheiten aus alten Zeiten: der Pfaffenweg in Gau-Bischofsheim, Ölgild und Königstuhl in Lörzweiler, Schlossberg und Börnchen in Harxheim, St. Alban, Heitersbrünnchen und Reichsritterstift in Bodenheim, um nur einige der Weinberglagen in der Verbandsgemeinde Bodenheim zu nennen. An den Steilhängen Nackenheims, dem Engelsberg, Rothenberg oder Schmitts-Kapellchen, auf dem sogenannten Rotliegenden, einem Erde-Gesteins-Gemisch aus rotem Sandstein und eisenhaltigem Tonschiefer, wird vorwiegend Riesling angebaut, der bis heute nur mit der Hand zu lesen ist.

    Kommen und probieren

    Bildbeschreibung: Straußwirtschaft / Bildnachweis: VG Bodenheim

    Damit all diese Namen nicht graue Theorie bleiben und der Gaumen erfährt, wo die Eigenheiten und Stärken der einzelnen Tropfen liegen, hilft nur eins: herkommen und probieren.