Historische Bilder aus der Ortsgemeinde Bodenheim

 

Gesamtansicht Bodenheim

 

Diese Karte ist "mein liebstes Stück", hatte sie doch mein Vater 1903 seiner Braut nach Wörrstadt geschickt. Damals hatte Bodenheim 2.600 Einwohner. Die Gemarkung ist über 6.000 Morgen groß und hatte damals 440 Morgen Weinberge. Heute hat sich der Weinbau auf über 2.000 Morgen ausgedehnt.

Gesamtansicht von Bodenheim mit einer Abbildung des Rathauses 

Das am Rathaus angebrachte Ortswappen zeigt einen vor einem Brunnen stehenden Esel. Darüber neigt sich ein Eichenzweig. Über dieses Wappen gibt es folgenden Vers: "Wer Bodenheimer Wein nicht ehrt, oder gar will taufen, muss wie der Esel sorgbeschwert, am Brunnen Wasser saufen." 

Grußkarte mit Gesamtansicht von Bodenheim

Bodenheim war früher von einem Dorfgraben mit stattlichen Bäumen umringt. Vier Falltore sicherten die Eingänge, durch die die Straßen zu den Nachbargemeinden führten. Die Tore wurden nachts geschlossen. Dann mussten mit einem Spieß bewaffnete Bürger durch die Straßen gehen und Wache halten. Das war lästig, wenn man am Tage gearbeitet hatte. Deshalb schickte man Kinder. Aber durch einen Erlass von 1743 wurde es jedem "Gemeindsmann" verboten, "das Spies" durch Buben tragen zu lassen.

Die ehemalige Gemeindeschmiede mit der Kreuzigungsgruppe

Wegen der Bedeutung für die ländliche Bevölkerung waren die Schmieden früher Eigentum der Gemeinden, die sie verpachteten. Dies hörte in Bodenheim 811 auf, als die Franzosen den Gemeindebesitz, darunter auch die Gemeindeschmiede, versteigern ließen. Der Steigerer war Valentin Müller aus Undenheim.

Weinlese in Bodenheim

Vermutlich um 1914/15 entstand dieses Bild bei der Weinlese in Bodenheim.

Ochsenkarren

Das Bild oben zeigt einen Ochsenkarren vor dem Haus der Familie Schöller, ehemals Anwesen des Grafen Bassenheim. Links ist die ehemalige Metzgerei Binzel zu sehen. Die Aufnahme ist zwischen 1900 und 1918 entstanden.

Ehemalige Gutshäuser in Bodenheim

Die ehemaligen Gutshäuser der Freiherrn von Schenkherrn besaßen in Bodenheim ein 150 Morgen großes Gut. Nach der Säkularisierung ging ihr 1614 erbautes Haus, es ist das linke, in Privatbesitz über. Das andere Haus, erbaut 1682, gehörte dem Grafen von Metternich und ist heute auch Privatbesitz. Interessant ist der Kellereingang, der sich nach der Straße zu befindet.

Bodenheim und seine Kirchen

Die erste Urkunde, die uns über die Bodenheimer Pfarrkirche vorliegt, stammt aus dem Jahre 1184. 1684 und 1830 wurde sie jeweils durch einen Neubau ersetzt. Die Kirche ist dem heiligen Alban geweiht. Außer dieser Pfarrkirche gibt es noch eine Wallfahrtskapelle, die der Mutter Gottes geweiht ist. Die evangelische Gemeinde baute sich 1888 eine Kapelle, die für 165 Mitglieder damals genügte. Die Juden hielten ihren Gottesdienst zuerst in einem gemieteten Haus ab. Später bauten sie sich eine Synagoge, die 1833 eingeweiht wurde.

Ein Blick in die Bodenheimer Gaustraße

Durch sie ging früher der gesamte Verkehr in den Gau, so nannte man das hinter Bodenheim liegende Rheinhessische Hügelland. Besonders benutzt wurde damals diese Straße durch Pferdefuhrwerke, die im Auftrag einer Zementfabrik die am Ebersheimer Weg abgebauten Tone zur Bahn brachten. Beachtenswert ist die links auf der Karte zu sehende Gemeindepumpe. Es gab damals noch keine Wasserleitung. Daneben steht wohl ein Häuschen mit einer darin aufgestellten Heiligenfigur.

Bodenheim von der Platte her gesehen

Im Hintergrund der Rhein. Mit dem Bau der Ludwigsbahn um 1850 gewann das dorf sein modernes Aussehen. Neu Straßen und Bauten entstanden. 1896 kam noch die eingleisige Strecke nach Alzey dazu, die im Volksmund „Valtinchen“ genannt wurde.

Straußwirtschaft

 Besuch einer Straußwirtschaft in Bodenheim um 1930

Kindergartenkind

Unbekanntes Kindergartenkind um 1914

Kindergartengruppe

Bodenheimer Kindergartengruppe des Kindergartens im Schulgässchen um 1915

Fronleichnamsprozession

Das Bild ist im Jahre 1910 entstanden und zeigt eine Fronleichnamsprozession in Bodenheim.

Bodenheimer Gauturnfest

1848 wurde der Bodenheimer Turnverein gegründet. Einmalig ist, dass man 1874 diesem Verein eine Feuerwehr anschloss, die sich freiwillige Turner Feuerwehr nannte. Außer bei Bränden leistete sie auch bei der Hochwasserkatastrophe 1882/83 tatkräftige Hilfe. 1884 wurde sie vom Turnverein gelöst und als freiwillige Feuerwehr weitergeführt. Zum Gauturnfest im Juni 1900 wurde eine Festhalle errichtet, um alle Gäste aus nah und fern aufnehmen zu können

 
 
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