Nackenheim

    Auszug aus dem Gutachten des Landesarchivs Speyer vom 25.05.1984:

    Das Wappen der Ortsgemeinde Nackenheim wird wie folgt beschrieben:


    Von Schwarz und Rot durch silberne Leiste geteilt, oben ein silberner Reichsapfel mit silbernem Kreuz, unten ein sechsspeichiges silbernes Rad.

    Wappenbegründung:

    Über dem Rathauseingang in Nackenheim befindet sich ein Wappenstein, der von dem vorliegenden Wappen in folgenden Einzelheiten abweicht: Statt des Kreuzes ziert ein Haken mit spitzem Winkel den Reichsapfel und das Rad ist achtspeichig. Brilmayer, Rheinhessen, 1905 S. 320 lässt die Leiste fort, zeichnet ein achtspeichiges Rad und beseitet den in der Zeichnung umgekehrten Haken mit der Jahreszahl 1612, wobei er sich auf den zuvor erwähnten Wappenstein als Vorlage beruft. Der Schild ist von Rot und Silber geteilt, mit verwechselter Tinktur der Figuren. Demandt-Rekhoff, Hessisches Ortswappenbuch, 1956 S. 120 (Abbildung) bzw. S. 124 f. (Beschreibung) ändern sich die Feldfarben in Schwarz und Rot und zeichnen den Reichsapfel in Gold. Unter Berufung auf Siegelvorlagen bekommt dieser ein Kreuz.

    Wenn die Ortsgemeinde Nackenheim erst nunmehr die Genehmigung des Ortswappens beantragt, so hat das zwei Gründe: Der Schlußstein über dem Rathauseingang bringt, sicherlich in unbewusster Umwandlung das stets sechsspeichige Mainzer Rad, denn nur um dieses kann es sich handeln, mit acht Speichen. Zum anderen war die Deutung des Reichsapfels unklar. Demandt-Renkhoff, a. a. D. S. 124 f. legen dar, dass das Mainzer Rad ursprünglich Siegeldarstellungen mit der Steinigung des heiligen Stephanus, Hinweis auf das Mainzer Stephansstift als Patronatsherren der Nackenheimer Gereonskirche, verdrängte. Ebenso erfuhr das der Steinigung Stephans beigefügte Ortszeichen, das zunächst mehr einem Sester glich, immer mehr eine Umwandlung zu einem Reichsapfel hin, weshalb diese Form im nunmehrigen Ortswappen verwandt wird. Die von Demandt-Renkhoff vorgeschlagen, nunmehr auch verbreiteten Farben Schwarz und Rot wurden beibehalten, allerdings aus heraldischen Gründen und in Anlehnung an den schon mehrfach genannten Schlußstein mit einer Leiste versehen, deren silberne Farbe in Verbindung mit dem Rot der unteren Schildhälfte auf das Erzstift Mainz verweist.

    Das Wappen ist historisch wohl begründet und heraldisch einwandfrei.