Hochwassermerkblatt

Hochwasser-Merkblatt

für Bewohnerinnen und Bewohner gefährdeter Gebiete


Dieses Merkblatt soll im Falle von drohendem Hochwasser betroffenen Bürgerinnen und Bürgern eine Hilfestellung für Vorsorge- und Schutzmaßnahmen bieten. Es soll dabei unterstützen, das Ausmaß von Hochwasserschäden zu begrenzen. Wir empfehlen daher, dieses Merkblatt so aufzubewahren, dass es jederzeit greifbar ist und Informationen bei Hochwassergefahr rechtzeitig verfügbar sind.

1. Hochwasserinformationen
Die aktuellen Hochwassermeldungen erfolgen
bei MARKE 1 (550 cm) - 2 x täglich um 7.00 Uhr und 12.00 Uhr (ohne Rundfunk)
bei MARKE 2 (650 cm) - stündlich von 7.00 Uhr bis 21.00 Uhr (mit Rundfunk)
bei MARKE 3 (700 cm) - stündlich von 0.00 Uhr bis 24.00 Uhr (mit Rundfunk)

über folgende Informationswege:

Telefonabfrage

- Tel.-Nr. 06131/19429 Automatische Pegelansage Pegel Mainz
- Videotext des Fernsehens
- Südwesttext auf Seite 801, differenziert nach Flussgebieten

Internet
http://www.hochwasser-rlp.de/

Apps
- Meine Pegel (Android / iOS)
- Warnwetter (Android / iOS)
- KATWARN (Android / iOS)
- NINA (Android / iOS)

Rundfunk
Der Hochwasserlagebericht, Vorhersagen und aktualisierte Wasserstände mit Tendenzen werden in den regionalen Rundfunkprogrammen des Südwestrundfunks (SWR 1 und 4), SWR Info und Radio RPR stündlich verlesen.

2. Neubürger
Neubürgerinnen oder Neubürgern in einem hochwassergefährdeten Gebiet, die zum ersten Mal mit Hochwasser zu tun haben, empfehlen wir Informationen alteingesessener Bewohner zu nutzen.

3. Grundausrüstung
Eine rechtzeitige eigene persönliche Grundausrüstung ist wichtig. Folgende Ge- genstände sollten vorhanden sein:
- Netzunabhängiges Rundfunkgerät
- Netzunabhängige Beleuchtung
- Netzunabhängige Kochstelle
- ggf. Campinggasflasche mit Heizungsaufsatz – nicht in geschlossenen Räumen!
- Hausapotheke
- Gummistiefel oder Wathosen
- Tauchpumpe mit FI-Schutzschalter

Die Feuerwehr und andere Hilfsorganisationen benötigen ihre Ausrüstung selbst und können diese nicht verleihen!
Eine rechtzeitige Vorsorge für eine etwaige Räumung von Wohnraum, z.B. wegen Evakuierung ist ratsam. Die Empfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe geben Orientierung bei der Zusammenstellung von Notfallgepäck.

4. Wasserstandsmerkmale
Aktuelle Wasserstände notieren und Festlegung wichtiger Bezugspunkte an z.B. Bauwerken.

5. Kranke und pflegebedürftige Personen
Es sollte rechtzeitig dafür gesorgt werden, dass kranke und pflegebedürftige Personen möglichst außerhalb des hochwassergefährdeten Bereiches untergebracht werden. Ist dies nicht möglich, rechtzeitige Meldung bei Ihrer Gemeindeverwaltung; sofern diese nicht erreichbar ist, bei den Hilfsorganisationen, damit ärztliche Versorgung und medizinische Betreuung aufrecht erhalten werden können.
Die Hilfsorganisationen sind im Katastrophenfall nur in medizinisch zwingend notwendigen Fällen verfügbar!

6. Räumen von Kellerräumen
Keller, Garagen und tiefer liegende Räume sind früh genug zu räumen. Bei der Räumung darauf achten, dass nicht mehrmals das gleiche Mobiliar in die Hand genommen werden muss. Die Feuerwehr kann hierbei nur in Ausnahmefällen helfen.
Maßnahmen zum Eigenschutz/der Eigentumssicherung auch während der Hochwasserperioden fortsetzen; erforderlichenfalls Urlaub nehmen und sich nicht auf andere verlassen. Nach Möglichkeit Nachbarschaftshilfe leisten.

7. Stromversorgung
Strom in von Überflutung bedrohten Räumen abschalten. Notbeleuchtung vorsehen. Vereinbarung mit Nachbarn treffen, für den Fall, dass das Telefon ausfällt.

8. Heizungsanlage
Heizungsanlage schützen. Brenner, Thermen usw. rechtzeitig ausbauen. Zu beachten ist, dass die örtlichen Heizungsinstallateure drohendem Hochwasser viel zu tun haben.

9. Sicherung von Öltanks
Öltanks sichern, z.B. durch Verankern. Rechtzeitig alle Tanks auffüllen, damit diese bei steigendem Wasser nicht hochgedrückt werden. Behälter mit Altöl, Säuren, Farben, Lacken usw. aus hochwassergefährdeten Räumen rechtzeitig entfernen. Öl und andere Stoffe verunreinigen nicht nur das Wasser und eigene Räume, sondern auch die gesamte Umgebung. Wenn solche Stoffe austreten, umgehend die Feuerwehr verständigen. Jede Zeitverzögerung verschlimmert den Schaden um ein Vielfaches.

10. Kraftfahrzeuge
Pkw und sonstige Fahrzeuge weiträumig aus dem hochwassergefährdeten Gebiet fahren. Frühzeitig erkunden, wo eigene Fahrzeuge abgestellt werden können. Absperrungen und Halteverbote in gefährdeten Bereichen sind genauestens zu beachten.

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